Zeitzeugen erzählen aus
ihrer Kindheit in St. Andrä
Geschichten eines Dorfes
Ein Oral History Projekt des Bildungsausschuss Ploseberg
Wie war die Kindheit damals, rund um die Mitte des 20. Jahrhunderts? Wie es gerochen hat im Dorfladen, beim Schmied oder in der Bäckerei? Wann war es laut im Dorf und wann ganz still? Was war erlaubt, was verboten?
Wie viele Dörfer im Land, hat sich auch St. Andrä in den letzten 70 Jahren stark verändert. Häuser wurden gebaut, Straßen verlegt, das Leben wurde schneller. Doch die Erinnerungen an die Kindheit – sie bleiben.
In diesem Oral History Projekt kommen zwölf Menschen zu Wort, die in St. Andrä aufgewachsen sind. Sie berichten vom Schulalltag, von Streichen und Spielen, vom Leben in der Familie und in der Dorfgemeinschaft. Ihre Erzählungen sind persönlich, lebendig und berührend – sie nehmen uns mit in eine Zeit, die vergangen scheint und doch ganz nah ist.
Tauche ein in die Stimmen von St. Andrä. Höre zu, erinnere dich, erzähle weiter. Denn auch das ist Heimat: das gemeinsame Erinnern. Viele Einzelstimmen machen das Gemeinsame erst komplett.
Viel Spaß beim Zuhören.
Oral History Die Stationen
Station 1
Ein Fleißbildchen fürs Schönschreiben
Schule in St. Andrä
Wie war das Lernen im Faschismus und in der Mitte des letzten Jahrhunderts? Erinnerungen an Schönschrift, Sprachbarrieren und eine Lehrerin, die kein Wort Deutsch sprach.
Station 2
Drei Tänze kosten 100 Lire
Vereine, Freizeit und die Seilbahn in St. Andrä
Musik und Tanz und die Vereinsfeste – das Dorf lebte gemeinsam. Und die Seilbahn verband Menschen, Geschichten und das Tal mit dem Berg.
Station 3
Als die Truthennen zum Einkaufen gingen
Handel in St. Andrä
Wie war das früher mit dem Einkaufen im Dorf? Erinnerungen an kleine Tüten, große Rationen – und gefiederte Kundschaft.
Station 4
Beim Schmied roch es nach verbranntem Fleisch
Handwerk in St. Andrä
Glühendes Eisen, kräftige Hammerschläge und der Geruch von Horn. Erinnerungen an Werkstätten, geschickte Hände – und den Schneider auf der Fensterbank.
Station 5
Im Sommer betet man zum Stubenfenster hinaus
Kirche in St. Andrä
Wenn die Glocken läuteten, riefen sie zum Gebet, und das Gebet war Teil des Alltags. Erinnerungen an Feiertage, Rituale – und an den Glauben, der durchs Dorf wehte.
Station 6
Eine Hose und ein Hemd zum Lohn für die einen und noch ein Viertele Wein für die anderen
Landwirtschaft & Tourismus in St. Andrä
Auf dem Feld wurde hart gearbeitet – meist für wenig Lohn, manchmal für Kleidung. Und als die ersten Gäste kamen, wurde der Hof zur Pension und der Bauer zum Gastgeber.
Station 7
Robotschichten für die Feuerwehrhalle
Bauliche Veränderung im Dorf St. Andrä
Wenn für alle gebaut wurde, packte das ganze Dorf mit an – in freiwilligen Schichten, mit eigenem Werkzeug und viel Humor.
Das Projekt Stimmen, die
Geschichte erzählen
Zum 850-jährigen Jubiläum der ersten urkundlichen Nennung von St. Andrä hat der Bildungsausschuss Ploseberg ein besonderes Projekt initiiert: Ein akustisches Denkmal, das die Vergangenheit hörbar macht. Die Journalistin Sigrid Flenger hat zwölf Dorfbewohner begleitet, ihre Erinnerungen gesammelt und mit historischen Fakten verwoben.
Entstanden sind berührende Audio-Porträts, die das Dorfleben von einst lebendig werden lassen – von Schule und Kirche, von Landwirtschaft und Tourismus, von Handel und Vereinsleben. Es sind subjektive Rückblicke, wie es bei „Oral History“ üblich ist: ehrlich, persönlich, manchmal heiter, manchmal nachdenklich.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Erzählerinnen und Erzählern: Hans Jocher, Andreas Piok, Franz Stockner, Paul Profanter, Christoph Gostner, Franz Goller, Hildegard Agreiter, Albin Mitterrutzner, Eva Maria Goller, Michael Jocher, Helmuth Agreiter und Albin Goller. Eure Geschichten machen dieses Projekt lebendig und wertvoll.
Ein besonderer Dank geht an Sigrid Flenger für die einfühlsame Durchführung der Interviews und die sorgfältige Aufbereitung der Audiodateien. Danke auch an Luca Pepiciello für die Übersetzungen ins Italienische sowie an Brixmedia für die Produktion der italienischen Hörfassungen.
Wir danken den Eigentümerinnen und Eigentümern der Hörstationen für das Anbringen der Hinweisschilder und ihre Unterstützung vor Ort. Ein großes Dankeschön an den Bezirkskoordinator der Bildungsausschüsse Matthias Oberbacher für seine tatkräftige Begleitung bei der Umsetzung des Projekts.
Nicht zuletzt danken wir dem Landesamt für Kultur für die großzügige finanzielle Unterstützung, ohne die dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre.
Die Hörgeschichten sind an sieben Stationen im Dorf über QR-Codes abrufbar – jederzeit und unabhängig voneinander.
Ein Projekt vom


